Joachim Maag: Stellungnahme zum Ausbau (03.05.2015)

Sehr geehrte Damen und Herren,

die unter anderem durch den Karlsruher Stadtteil Hagsfeld geplante neue Ausbautrasse im Rahmen der „Korridorstudie Mittelrhein“ ist aus städtebaulicher Sicht nicht mehr tragbar. Es mag gut sein, dass vor vielen Jahren, als dies erstmals angedacht war, ein solches Bauwerk möglich schien. Inzwischen haben sich die Bedürfnisse der Menschen nach Ruhe verändert und ein solches Projekt ist mit städtebaulichen Ansprüchen nicht mehr vereinbar. Die Gemeinschaft nimmt erheblichen Schaden, die Belastungen und Risiken für Anlieger (Kinder !!!) sind bei geplanten 660 Güterzügen pro Tag hoch. Auch den Transport von Gefahrengütern haben Sie in der Studie als Aspekt nicht berücksichtigt.

Alternativen zum Streckenverlauf haben Sie bisher offensichtlich nicht geprüft. Möglich wäre hier mindestens ein Tunnel. Besser noch sollten Sie alle bewohnten Orte weiträumig umfahren, z.B. mit einem Streckenverlauf entlang der Autobahn.

Des weiteren beachten Sie nicht den grundgesetzlich geschützten Wert auf Gesundheit durch Bau und Betrieb der Anlage. (Lärm und Vibrationen, die jetzt schon spürbar sind) Die Immobilien der Anlieger verlieren erheblich an Wert. Hier werden offensichtlich die künftigen Gewinne aus dem Ausbau der Bahnanlage privatisiert, die Verluste in Form von Lebensqualität durch die Belastungen und Wertverlust hingegen sozialisiert. Oder haben Sie ernsthaft vor, die Einschränkungen und den Wertverlust angemessen !!! zu entschädigen. Dies würde entlang der gesamten Strecke in die hunderte von Millionen Euro gehen.

Im Fall einer oberirdischen Streckenführung müssen Sie noch die Schutzmaßnahmen bei der Durchfahrung von städtischen Gebieten und die damit verbundenen erhöhten Kosten berücksichtigen. Diese dürften, wenn sie sie ernsthaft angehen, ebenfalls in die hunderte von Millionen Euro gehen.

Ich fordere Sie auf, das Konzept gründlich zu überarbeiten und einen vernünftigen und finanzierbaren Vorschlag für alternative Konzepte auszuarbeiten, wie eine künftige neue Streckenführung aussieht. Daneben muss das Wort „viergleisiger Ausbau“ der Strecke aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Joachim Maag, Hagsfelder Bürger