BNN 07.03.2015: Bahnstrecke künftig vierspurig? Wellenreuther: Ministerium gegen Bau von Dammerstocker Kurve

BNN – Angesichts des zunehmenden Güterverkehrs auf der Schiene könnte die Bahnstrecke zwischen Mannheim und Karlsruhe künftig auf vier Gleise ausgebaut werden. Nach Informationen aus dem Verkehrsministerium rechne er mit dieser Lösung statt der alternativ diskutierten Korridorführung über die Pfalz, erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther.
Ein Bahnsprecher sagte gestern dazu, eine Entscheidung sei noch nicht getroffen. Die verschiedenen Möglichkeiten für den Ausbau der Infrastruktur zum Bahn-Güterverkehr soll eine Studie vorstellen, die in der kommenden Woche veröffentlicht wird. Diese bilde dann die Grundlage für den nächsten Bundesverkehrswegeplan, sagte der Bahnsprecher. Wenn der Nord-Süd-Verkehr für Gütertransporte über die Pfälzer Rheinseite geleitet würde, müsste die Dammerstocker Kurve in Karlsruhe zur Weiterleitung der Güterzüge nach Süden ausgebaut werden.
Diese Lösung scheine von der Bundesregierung nicht mehr bevorzugt zu werden, so Wellenreuther. Gegen eine „Pfalzlösung“ gab es Proteste im Landkreis Germersheim, wo die Bevölkerung eine Zunahme der Lärmbelästigung befürchtet. Der größte Teil des Güterverkehrs wird nachts abgewickelt. Eine Verdoppelung der Schienenkapazität zwischen Mannheim und Karlsruhe würde auch dem Personenverkehr auf dieser viel befahrenen Strecke zugute kommen.
Der SPD-Landtagsabgeordnete Johannes Stober betont, dass die „Dammerstocker Kurve“ als Teil des Knotens Mannheim bereits Teil des aktuellen Bundesverkehrswegeplans (BVWP) ist. Zwar sei im ursprünglich beschlossenen BVWP 2003 von der sogenannten „Dammerstocker Kurve“ zur Verknüpfung von Pfalz- und Rheintalbahn an keiner Stelle die Rede gewesen. In den Verkehrsinvestitionsberichten der Bundesregierung tauche aber unter den Projektdaten für den Ausbau des Knotens Mannheim inzwischen auch ein Projekt namens „Kurve Karlsruhe West – Rastatt“ auf. Dabei handle es sich offenkundig um die in der Diskussion stehende „Dammerstocker Kurve“.
Unzufrieden ist Stober mit den Antworten des Bundesverkehrsministeriums zum viergleisigen Ausbau der Strecke von Graben-Neudorf nach Karlsruhe. Die einzige erfreuliche Aussage sei, dass der Abschnitt zwischen dem Bahnhof Hagsfeld und dem Karlsruher Haupt- beziehungsweise Güterbahnhof offenbar als viergleisig angesehen werde. Dies sei sicherlich eine große Erleichterung für den an diesem Abschnitt gelegenen Stadtteil Rintheim, so Stober.
Keinerlei Aussage gebe es allerdings zu der zentralen Frage des beabsichtigten Trassenverlaufs zwischen Graben-Neudorf und Hagsfeld – und das, obwohl der Maßnahme eine klare Kostenschätzung von 483,3 Millionen Euro bei der Aufnahme in den Bundesverkehrsplan zugrunde gelegen habe. Nach dieser Antwort müsse man nun jedoch davon ausgehen, dass der Bund den viergleisigen Ausbau komplett oberirdisch durchsetzen wolle.


Mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers.