Unsere Argumente

Die Stellungnahme der Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiative Hagsfelde Zweigleisig hat sich intensiv mit der „Korridorstudie Mittelrhein“ auseinandergesetzt und hat gegenüber dem Bundesverkehrsministerium eine umfassende, fachliche Stellungnahme abgegeben.
Diese können sie hier herunterladen: Stellungnahme zur Korridorstudie Mittelrhein

Unser Kritikpunkte

Unsere Kritikpunkte an der Korridorstudie Mittelrhein haben wir wie folgt zusammengefasst:

(1) Streckenverlauf durch Hagsfeld
Eine Führung der Ausbautrasse durch Hagsfeld ist baulich nicht möglich und schon gar nicht mit städtebaulichen Ansprüchen vereinbar. Die Gemeinschaft würde erheblichen Schaden nehmen.

(2) Varianten / Alternativrouten
Insbesondere für den Abschnitt zwischen Mannheim und Karlsruhe wurden keine hinreichenden Alternativen z.B. durch den Bau einer ortsfernen Neubaustrecke oder der abschnittsweisen Führung im Tunnel eingebracht.
Verstärkte Investitionen und weitergehende Förderung der umweltfreundlichen Alternativen, wie des abschnittsweisen Transports durch Binnenschiffe bis Karlsruhe-Rheinhafen, wurden nicht als alternative Variante in Betracht gezogen.

(3) Bewertungsverfahren
Das Bewertungsverfahren der Studie beinhaltet den Aspekt Lärm nur im Bereich zwischen Frankfurt und Mannheim in Form von Nutzen durch Verlagerungen von den dortigen Bestandsstrecken auf die geplante Neubaustrecke. Die erhebliche Mehrbelastung entlang der Ausbaustrecke Mannheim – Karlsruhe wird hingegen nicht berücksichtigt. Ebenfalls werden die Belastungen und Risiken für Anlieger an Ausbaustrecken sowie die hohen Aufwände bei Durchfahrung von Siedlungsgebieten nicht hinreichend abgebildet.

(4) Bewertungsergebnisse
Die Kostenschätzung für die Ausbaumaßnahme zwischen Molzau und Karlsruhe wurde von 475,9 Mio. EUR auf rd. 800 Mio. EUR erhöht. Somit wird kann die Strecke keinen postiven Nutzen erbringen.

(5) Kostenansätze für den Bau der Strecke
Die Durchfahrung von städtischen Gebieten erfordert Schutzmaßnahmen mit damit verbundenen erhöhten Kosten. Dieser kostenrelevante Aspekt wurde in der Studie nicht besonders berücksichtigt.
Die Anhebung der Kostenschätzung von 475,9 Mio. EUR auf rd. 800 Mio. EUR wird als zu gering anzusehen und sollte transparent dargestellt werden.

(6) Verlorene Investitionen
Vorhandene Lärmschutzmaßnahmen und Bahnanlagen müssten beim Ausbau der Strecke rückgebaut und durch andere ersetzt werden. Diese verlorenen Kosten der vormaligen Investitionen sind bei einem Variantenvergleich zu berücksichtigen.

(7) Unfallrisiko
Die hohe Frequenz im Güterverkehr vervielfacht das Risiko für Personen im Bahnsteigbereich und für die Anwohner. Die Gefahren und Risiken aus kombinierter Nutzung von Bahntrassen für den Personen- und Güterverkehr, dem Transport von Gefahrengütern und das erhöhte Unfallrisiko bei Weichenverbindungen wurden in der Studie als Aspekt nicht berücksichtigt.

(8) Bauschäden durch Erschütterung und Vibrationsbelastung
Grundgesetzlich geschützte Werte auf Unversehrtheit (Gesundheit) und Eigentum werden durch die Belastung in Hagsfeld während der Bauzeit und dem anschließenden Betrieb mit seinen Vibrationsauswirkungen und der Lärmbelastung nicht beachtet.

(9) Wertverlust von Eigentum
Die Immobilien der Anlieger erleiden erheblichen Wertverlust. Dies wird in der Studie nicht hinreichend berücksichtigt.

(10) Verlust der Lebensräume geschützter Arten
Im engeren Umfeld des Trassenkorridors durch Hagsfeld haben zwischenzeitlich gefährdete Tierarten ihren Lebensraum gefunden. Durch maßgebliche Verkleinerung bzw. durch die Zerstörung dieser Lebensräume ist deren Existenz dort bedroht.